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Märchen am Morgen, Komödie am Abend – Theaterensemble aus Göttingen erneut in Pritzerbe

Am 20.11. waren die „Stillen Hunde – Theaterproduktionen“ aus Göttingen bereits zum zweiten Mal zu Gast in Pritzerbe. Am Vormittag gaben sie drei Vorstellungen in der Turnhalle der Grundschule für die Kindergarten- und Schulkinder. Mitgebracht hatten sie das Märchen „Tischlein deck Dich“. Der ständig hungrige Bär und der nicht minder verfressene Fuchs erzählen die Geschichte der drei Brüder, die wegen der verlogenen Ziege vom Vater verstoßen werden. Ihre durch ehrliche Arbeit erworbenen Zaubergegenstände werden ihnen vom diebischen Wiesel allerdings gestohlen. Erst der jüngste Sohn schafft mit dem verzauberten Knüppel Gerechtigkeit und Fuchs und Bär können sich aufmachen, ihre leeren Bäuche zu füllen.
Christof Huber und Stefan Dehler verkörpern sehr überzeugend, mit nur wenigen Utensilien aber großen körperlichen und mimischen Einsatz die vielen verschiedenen Tiere und wechseln ständig ihre Rollen. Sie schaffen es bereits nach wenigen Minuten, die Kinder an das Geschehen zu fesseln und sie mitfiebern zu lassen. Ihre Darbietung lässt Raum für Fantasie und Mitdenken. Sie wurde am Ende mit viel Beifall und fröhlichen Gesichtern belohnt.
Am Abend standen die „Stillen Hunde“ mit der selbst verfassten Nebenzimmerkomödie „Marzipanschweine“ auf der Bühne im Haus der Begegnung. Die Brüder Jens (Gebrauchtwagenhändler in wirtschaftlichen Nöten) und Olaf (Kammerjäger mit Liebeskummer) treffen sich anlässlich von Jens´ opulenter Hochzeit im Hinterzimmer der Luxusherberge. Sehr schnell geht es ans familiär Eingemachte und die gegenseitigen Vorwürfe nehmen an Schärfe und Treffsicherheit zu. Aber klar ist: „Wir warten nur, dass MAMA durch die Tür kommt.“ Als im 2. Teil dann auch noch die notärztlich behandelten Verletzungen Thema werden, die sich die diversen Ex- und zukünftigen Ehefrauen zugefügt haben, bleibt für die Brüder nur noch eine Option: Klärung drängender wirtschaftlicher Fragen und Konsum eines klebrigen, rosafarbigen Marzipanlikörs aus Flaschen mit Glücksschweinetikett.
Huber und Dehler spielen die ungleichen Brüder mit großem Spaß an dem sprachlichen Schlagabtausch. Die Achterbahnfahrt ihrer Gefühle wird durch vielerlei szenische Einfälle deutlich und ihre hohe körperliche Präsenz lässt die Zuschauer Partei mal für den Einen mal für den Anderen nehmen. Die Eloquenz der Sticheleien, gepaart mit viel schauspielerischer Variabilität, ist sehr unterhaltsam und lässt die Neugier auf die weitere Entwicklung stetig wachsen.
Der langanhaltende Applaus der ca. 60 Zuschauer belohnten die Schauspieler für eine sehr überzeugende und vergnügliche Darbietung. Sehr schnell wurde eine Einigung für einen dritten Besuch der „Stillen Hund“ im nächsten Jahr getroffen.

Fotos: Willi Krauzig und Jürgen Pieper

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