Von Maulwürfen und Rotkäppchen: Theaterduo „STILLE HUNDE“ zu Gast in Pritzerbe
Wenn einem Maulwurf auf den Kopf gemacht wurde, kann man gut verstehen, dass er wissen will, wer der Übeltäter war.
Die Geschichte von Werner Holzwarth und Wolf Erlbruch haben die STILLEN HUNDE Theaterproduktionen aus Göttingen in ein szenisches Spiel umgewandelt und waren damit am 3. Juli zu Gast in der Pritzerber Schulturnhalle. In zwei Vorstellungen – angepasst an das Alter der Kinder – schlüpften Stefan Dehler und Christoph Huber in die Rollen von Maulwurf, Taube, Pferd, Hase, Ziege, Kuh und Schwein. Mit liebevoll gestalteten, kleinen Requisiten und typischen Bewegungen schaffen sie es, die Tiere so darzustellen, dass die Kinder sie sofort erkennen. Und natürlich beteiligen sich die jungen Zuschauer lautstark und lebhaft an der Suche nach dem Schuldigen. Als schließlich der Metzgershund Hans-Heinerich überführt und mit der Hinterlassenschaft des Maulwurfes bestraft wird, ist die Begeisterung groß und die Schauspieler werden mit großem Beifall belohnt.
Am Abend folgte dann der zweite Auftritt der STILLEN HUNDE – dieses Mal im Haus der Begegnung. Auf dem Programm standen „Rotkäppchen-Variationen“. Den Anfang bildete das Original von Charles Perrault in französisch-deutscher Mischsprache mit der eindringlichen Warnung an alle jungen Mädchen vor den Wölfen/Männern. Stefan Dehler und Christoph Huber hatten aber noch etliche andere Versionen mitgebracht. Etwa die der Brüder Grimm mit versöhnlichem Ende, eine in Knittelreimen mit zeitgenössischer Sozialkritik von Ludwig Tieck, eine seemännische, zwei in Behördensprech und Rappermanier, ja selbst eine mit tiefenpsychologischen Deutungsmustern. Dabei wechselten die beiden Schauspieler in Sekundenschnelle mit wenigen Utensilien die Figuren, Tonfall und Dialekt – immer mit vollem Einsatz und Spaß an ihrem Spiel. Alle Variationen liefen auf die zentrale Frage hinaus: „Großmutter, warum hast du einen so großen Mund?“.
Schauspieler und Stück hatten weit mehr als die 19 Besucher verdient; aber wenigstens die genossen den vergnüglichen Abend und verabschiedeten die STILLEN HUNDE mit langem Beifall.
Fotos: Jürgen Pieper

