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Die verwunschene Prinzessin vom Schwarzen Berge

Wer nur kann die Prinzessin vom Schwarzen Berge erlösen?

Auf dem schwarzen Berg, der höchsten Erhebung eines Höhenzuges, der sich östlich der Orte Fohrde und Hohenferchesar bis in nordöstlicher Richtung an die Ketzürer Heide hinzieht, scheint in der Zeit der Askanier ein Grenzwachturm gestanden zu haben, einige wenige Überreste auf der Spitze deuten darauf hin. Im Volksmund, wurde jedoch aus dem Turm ein prachtvolles Schloss und so erzählt man sich, dass auf dem Gipfel des schwarzen Berges einst ein reicher alter Edelmann lebte, welcher eine wunderschöne Tochter hatte. Ein mächtiger Zauberer begehrte die Jungfrau als seine Gemahlin, aber seine Bemühungen waren vergebens: Die stolze Frau wollte nicht auf ihn hören. Dann verfluchte der Zauberer die ganze Burg im Zorn und die Burg versank mitsamt ihren Bewohnern und Schätzen in den Tiefen des Berges. Daher das große Loch auf dem Gipfel des Berges. Alle hundert Jahre am Johannistag, so sagt man nun, erscheint die Prinzessin und möchte erlöst werden, aber nur ein junger, unschuldiger Mann, dessen Wiege aus den Bäumen des Berges bestand, kann sie erlösen. Ein junger Hirte, auf den dies zutraf, beschloss, die Prinzessin zu erlösen und damit den auf dem Berg versunkenen Schatz zu heben. Die Jungfrau erschien vor ihm und sagte ihm, er solle sie dreimal um den Gipfel des Berges tragen, warnte ihn aber gleichzeitig, nicht zu sprechen, nicht zu lachen, was auch immer mit ihm geschehen würde. Der Hirte versprach alles und machte sich mit der holden Maid auf den Weg. Abenteuerliche und furchterregende Kreaturen wie Riesen, Bären, Schlangen, Drachen und andere kreuzten seinen Weg, aber er ging zuversichtlich weiter. Er wusste, dass es alles nur Truggestalten waren. Er war mitten in der dritten Runde, als ein lahmendes Entenküken mit einem riesigen Heuwagen aus dem Wald humpelte. Es näherte sich ihm mit niedlichen Sprüngen und der Hirte, ganz seine Mission vergessen, lachte lauthals los. Die Prinzessin jedoch viel mit einem Wehruf von seinem Rücken und versank wieder in die Tiefen des Berges.

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